Ahoi ihr Lieben ⚓️!
Endlich ist es wieder soweit und ich darf euch Grüße von Bord eines Kussmundschiffes zusenden! Da alles plötzlich so schnell ging, bin ich nicht dazu gekommen vor meinem Aufstieg noch einen Blogbeitrag zu schreiben. Als mich aber gestern – am 6. Tag meiner Hartquarantäne – die Langeweile überkam, entschloss ich mich dazu, den Beginn dieser wunderbaren Reise für euch zu illustrieren.
Viel Spaß beim Lesen!

Der Beginn eines Abenteuers
Alles begann an einem Freitagmorgen, als ich noch in tiefsten Träumen lag.

Und plötzlich blinkte das Handy auf! Wer schreibt mir denn bitte zu einer solch unchristlichen Zeit?? (09:32😁). Noch wenig aufnahmefähig erfuhr ich kurze Zeit später, dass mir gerade ein neuer Vertrag auf der AIDAsol angeboten wurde! Ab in einer Woche!!! Ich hatte also nicht viel Zeit zum Überlegen, die brauchte ich aber auch gar nicht! Natürlich war ich bereit, wieder an Bord zu gehen! Auf den Tag wartete ich schließlich seit drei Monaten.

Ohne groß nachzudenken hatte ich also zugesagt, und erst dann überkam es mich! Es geht wieder los!!! Und das viel schneller als erwartet. In mir machte sich eine Mischung aus Vorfreude und Panik breit. Jeder weiß, dass ich super schlecht im Packen bin! Selbst eine Woche ist eigentlich nicht lang genug 😅.

Letztendlich überwog aber die Freude und ich machte mich mithilfe der besten Kofferpackerin der Welt (aka Mama) an die Arbeit. Nach einigen stressigen Tagen war es dann also so weit und meine beiden viel zu vollen und mit unnötigen Dingen bepackten Koffer waren zu.
Natürlich habe ich in der Woche nicht nur gepackt, sondern auch sämtliche Arzttermine wahrgenommen, letzte Einkäufe erledigt, die Italienische Seediensttauglichkeit absolviert, einen PCR Test gemacht und mich von meiner Familie verabschiedet. Wie gut, dass mir nach dem Stress erstmal eine Woche „Urlaub“ bevorstand!

Da mir Abschiede immer sehr schwer fallen, fuhr ich am Samstagmorgen mit einem lachenden und einem weinenden Auge Richtung Kieler Hafen. Ich war traurig, weil ich meine Liebsten monatelang nicht sehen würde, ängstlich, da mir eine vollkommen neue Situation bevorstand und auch glücklich und voller Vorfreude auf die kommende Zeit.

Angekommen am Kieler Hafen vergaß ich dann all diese Emotionen und meine Gefühlslage verwandelte sich innerhalb von Minuten zu „verzweifelt“. Bepackt mit zwei Koffern, einem Rucksack und einer Mappe machte ich mich auf den Weg zum Schiff, mit einem kleinen Problem: wo musste ich hin???
Es war eine für mich sehr frustrierende Situation, denn ich stand vor dem Schiff und fand den Eingang in den Hafen einfach nicht. Alle Türen waren zu und als ich versuchte den Menschen an der Gangway zu signalisieren, dass ich Hilfe brauche, winkten diese nur freundlich zurück (ja, an dieser Stelle dürft ihr mich sehr gerne auslachen).

Naja… auf jeden Fall fand ich nach langem suchen irgendwann eine mini Klingel am riesigen Hafengebäude und wurde rein gelassen. Dort angekommen musste ich noch einen Corona Test machen, Papiere unterschreiben und durfte mich dann auf den Weg zu meiner Hartquarantäne Kabine machen. Ihr glaubt mir bestimmt, wenn ich sage: ich war nassgeschwitzt als ich dort ankam.

Die nächsten Tage waren sehr entspannt, aber auch ein wenig langweilig. Es gab jeden Morgen um 07:00 Frühstück, um 11:30 Mittagessen und um 17:30 dann Abendessen
Und dazwischen?
Den ersten Tag habe ich mich noch ein wenig zurückgezogen, mit Leuten von zuhause telefoniert und mich ein wenig in meiner Hängematte auf dem Balkon entspannt.

Plötzlich hörte ich nur hinter mir ein „Hi!“ und meine Quarantäne-Nachbarin stellte sich bei mir vor. Sie ist ebenfalls Gastgeberin und wir haben uns direkt am ersten Tag sehr lange und ausführlich unterhalten.

Meine nächsten Tage bestanden also aus Essen, Serien schauen, Sport machen, Musik hören und quatschen auf dem Balkon.

Eines Tages saß ich in meinem Stuhl auf dem Balkon, als ich plötzlich jemanden singen und Gitarre spielen hörte. Es stellte sich also heraus, dass ich sowohl neben einer wahnsinnig guten Sängerin, als auch neben dem Guitaristen wohnte. Es folgte ein wunderschönes Balkonkonzert der beiden bei Sonnenuntergang. In den nächsten Tagen setzte ich mich immer mal wieder auf den Balkon, um (heimlich😋!) Boris beim Proben zuzuhören.

Und so näherte sich die Hartquarantäne langsam aber sicher dem Ende zu. Mit jedem Tag stiegen sowohl meine Langeweile, als auch meine Vorfreude auf die kommende Zeit. Diesmal werde ich Gäste sehen, sobald ich aus der Quarantäne raus komme. Es wird eine komplett andere Erfahrung sein, als mein letzter Vertrag auf der AIDAmar. Und ich freue mich unglaublich doll auf dieses Abenteuer!

Am Samstag sollte ich endlich diese Kabine verlassen dürfen, also blieb ich Donnerstag noch mal länger wach, schaute fern und genoss meinen Vorletzten Abend in Quarantäne.

Umso überraschter war ich, als am Freitagmorgen um kurz nach 7 ein Anruf kam, wir müssten doch jetzt schon die Kabine wechseln und werden in einer Stunde abgeholt. Es folgte die stressigste Stunde meiner Quarantäne. Ich musste meine Bilder von der Wand abhängen, meine Koffer packen, duschen und Haare föhnen, das Bett abziehen und das Badezimmer putzen. Genau um 20 nach 8 war ich mit allem fertig und setzte mich auf den Stuhl um auf meinen PCR Test zu warten. Knappe 2 Stunden später hieß es dann „Kommando zurück“, wir bleiben doch noch eine Nacht in Quarantäne. Also, Bett wieder beziehen, Koffer wieder öffnen und abwarten.
Der heutige Tag war dementsprechend eine Achterbahn der Gefühle, von „ich Frühstücke heute nicht und schlafe dafür aus“, über „wie zur Hölle soll ich in einer Stunde dieses Chaos beseitigen“ und „oh ich freue mich total, dass heute doch schon der erste Tag ist“ bis hin zu „ich hab keine Lust jetzt alles wieder zu beziehen“ und „schade, eigentlich hatte ich mich jetzt total auf die Menschen und den ersten Tag gefreut“.

Und so startete nun mein letzter Tag in der Balkonkabine. Den Rest des Tages werde ich (wie jeden anderen Tag) ganz ruhig angehen und mich noch ein wenig ausruhen und früh zu Bett gehen, damit ich morgen entspannt in einen wunderschönen ersten Tag starten kann.
Ich bin gespannt, was die kommenden Wochen so bringen und werde euch dazu auf dem Laufenden halten.
Ich hoffe, euch haben meine Illustrationen gefallen, mir hat dieses kleine Projekt zumindest einen Tag der Quarantäne versüßt.
Alles Gute,
Sea you soon 🌊
Saskia ♥️
