Ahoi ihr Lieben! ⚓️
Nach über einem Monat an Bord melde ich mich mit einem neuen Beitrag bei euch. Einerseits vergeht die Zeit hier wie im Flug, andererseits habe ich schon so viel erlebt, dass ich das Gefühl habe, ich wäre seit über einem Jahr an Bord.
Wie ihr wahrscheinlich alle mitbekommen habt, konnten wir leider nicht wie geplant am ersten November die ersten Gäste in Empfang nehmen. Was machen wir also die ganze Zeit?

Wir erwarten die Gäste nun am 6. Dezember und bereiten uns auf diese vor. Dadurch, dass der Großteil unseres Gastgeber-Teams aus Erstfahrern besteht, bietet es sich also an, jegliche Aktionen wie Fit4Drums und Aktiv-Bingo, aber auch Shows wie das Reisequiz und Wer Wird Millionär durchzugehen und zu üben. Für die Crew bieten wir jeden Abend Shuffleboard, Dart und andere Spiele wie zum Beispiel Werwolf oder Exit Games an. Das hilft uns, uns auf die Gäste vorzubereiten, bietet aber auch dem Rest der Crew ein bisschen Abwechslung und Programm. Zudem spielen Abends oft der Pianist oder die Band auf dem Pooldeck oder die DJs legen auf.
Wir dürfen in unserer Freizeit auch an Sportkursen teilnehmen oder ins Fitnessstudio gehen, im Pool schwimmen und uns sonnen. Auch die Bars und Restaurants haben für uns geöffnet und gegen einen Aufpreis dürfen wir an manchen Tagen auch die leckeren a la carte Restaurants an Bord testen.

Ich hab es mir im letzten Monat sehr gut gehen lassen und war im Rossini zum 6 Gänge Menü, im Buffalo für ein leckeres Steak und auch schon zum all you can eat Sushi an der Sushi Bar. Auch der ein oder andere Burger im Best Burger Restaurant und das Bier im Brauhaus waren natürlich dabei 😋.
Auch wenn es nun so klingt, als sei ich den ganzen Tag lang nur mit Essen beschäftigt, wird natürlich an Bord auch gearbeitet. Neben den Gastgeber-Aktionen und Shows sind wir ein- bis dreimal täglich zum Theater-Sanitizing eingeteilt, bei welchem wir mit dem sogenannten three bucket system zuerst mit Seifenlauge, dann Wasser und zuletzt mit Oxivir alle Tische und Geländer im Theatrium wischen. Zudem seaten wir Abends die Shows oder Konzerte im Theatrium. Das bedeutet, dass wir darauf achten, dass die Crewmitglieder (und später dann die Gäste) mindestens 1,5 Meter Abstand zueinander halten. Dazu legen wir auf die freizuhaltenden Plätze jewels einen kleinen Platzhalter.
Um trotz der Covid-Beschränkungen den Gästen weiterhin ein lustiges und vielfältiges Programm zu bieten, haben wir uns in der ersten Zeit jeder ein Quiz ausgedacht, welches wir gerne mit den Gästen spielen würden. Ich habe mich für ein Krimi-Quiz entschieden, woraus dann wiederum ein ganz neuer Gedanke entstand:
Eine Krimi-Nacht, bzw. eine Krimi-Rallye an Bord. Gemeinsam mit 2 weiteren Gastgebern habe ich mich also in den letzten Wochen hingesetzt und wir haben uns einen Kriminalfall ausgedacht und dazu einige Rätsel, welche die Gäste zu Ermittlerteams machen, die einen Mordfall lösen sollen. Das ganze müssen wir nun noch einmal abklären und wenn alles wie geplant läuft, dürfen wir unsere Rallye demnächst einmal für die Crew anbieten. Wir hoffen sehr, dass es klappt, da wir uns sehr viel Mühe bei der Sache gegeben haben und das Ganze inklusive der Rätsel schon auf Englisch übersetzt haben, damit auch die nicht-deutschsprachige Crew daran teilnehmen kann.
Neben Gastgeberin, Putzfrau, Restaurant-Testerin und Kriminalhauptkommissarin war ich in den vergangenen Wochen auch einmal Schauspielerin, bei einem TV Dreh im Fotoshop. Wir durften unter anderem den Ablauf eines Einkaufs und eines Fotoshootings unter Einhaltung der Covid-Maßnahmen demonstrieren. Jeder der mich kennt und vielleicht sogar meinen äußerst professionellen Auftritt bei der Theater-AG in der 8. Klasse miterlebt hat weiß, dass ich ungefähr so gut Schauspielern kann wie Becher beim Bierpong treffen – gar nicht. Trotzdem ist das Video echt gut geworden und das Filmen hat total Spaß gemacht. Ich hätte auch noch einen zweiten Spot drehen dürfen, allerdings lag ich an dem Tag krank im Bett.
Womit wir auch schon bei meinem nächsten Erlebnis an Bord angekommen sind: Kranksein als Crewmitglied. Nicht so cool. 😂
Als ich am Dienstagmorgen mit Magenschmerzen und Übelkeit aufgewacht bin, dachte ich zuerst, dass ich mein am Vorabend neu entdecktes Getränk, die Ginny Bitch (Skinny Bitch nur mit Gin anstelle von Wodka) nicht ganz so gut vertragen hätte. Irgendwie ging es mir aber so schlecht, dass ich als Arzt-o-Phobiker (ja, so heißt das jetzt) sogar freiwillig ins Hospital gegangen bin. Ich hatte zum Glück nichts schlimmes oder ansteckendes, trotzdem wurde ich bis zum nächsten Morgen krank geschrieben, durfte eine Stunde lang an den Tropf und danach erstmal wieder auf meine Kabine. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie lang ein Tag auf einer Innenkabine sein kann. Ich durfte sogar Abends zum Essen ins Restaurant da ich wie gesagt nichts ansteckendes hatte und es mir nach der Infusion auch schon um einiges besser ging. Trotzdem bin ich danach direkt wieder zurück auf meine Kabine gegangen, habe die Prime Time statt im Theatrium vom Fernseher aus geschaut und mich danach wieder ins Bett gelegt. Als ich am nächsten Morgen aufgewacht bin hatte ich das Gefühl, ich hätte 7 Jahre an Bord verpasst 😂.
Dennoch tat ein wenig Zeit für mich selbst auch mal sehr gut. Hier an Bord ist man jeden Tag 24 Stunden lang von Menschen umgeben und ich merke manchmal, dass meine geliebte me-time ein wenig zu kurz kommt. In meinen Mittagspausen ziehe ich mich zwar gerne mal für eine Stunde auf das Sonnendeck auf Deck 6 zurück und höre Musik, dennoch bin ich auch da von Menschen umgeben. Da ich mir die Kabine teile, bin ich auch Abends und Nachts nie allein. Was natürlich einerseits schön ist – ich verstehe mich sehr gut mit meiner Cabinmate und freue mich jeden Morgen, wenn wir direkt nach dem Aufwachen erstmal laut loslachen und quatschen. Trotzdem bin ich es als Einzelkind und teilweise auch Einzelgängerin nicht so ganz gewöhnt, rund um die Uhr mit anderen zusammen zu sein. Ich glaube aber, so geht es hier jedem mal.

Am Ende vom Tag zählt nur, dass wir uns alle sehr gut verstehen und ich weiß, dass ich mich auf jeden und jede in meinem Team verlassen und mit Ihnen Spaß haben kann. Obwohl hier so viele unterschiedliche Charaktere aufeinandertreffen sind wir uns doch alle irgendwie ähnlich und ich freue mich auf die kommenden 3 Monate zusammen.
Und noch eine kleine Positive Notiz zum Ende: Am ersten Dezember kommt eine ganz besondere Person zu uns ins Team! Meine Freundin Päddy, welche ich beim Basic Safety Training in Hamburg kennen und lieben gelernt habe, steigt zu uns an Bord ♡.
Vor 5 Wochen hat sie mich noch unter Tränen in Hamburg verabschiedet und sich einerseits für mich gefreut, sich andererseits gewünscht, sie könnte dabei sein. Vor einigen Wochen hat sie dann überraschenderweise auch die Vetragsdaten bekommen und ich kann es kaum abwarten, sie endlich hier zu haben!
Sea you soon,
Eure Saskia ⚓️














